Das Osterei

Bunte Ostereier halten in Österreichs Haushalten bald wieder Einzug. Ostern steht vor der Tür und das gefärbte Hühner-Ei ist untrennbar damit verbunden. Dies ist für mich als Food Marketing Expertin eine gute Gelegenheit sich näher mit dem Osterei zu befassen: Welche Geschichte hinter dem Osterei steckt und welche Rolle das Osterei im Lebensmittelhandel spielt. Diese und weitere Fakten zum Osterei erwarten dich in diesem Blogbeitrag.

Die Geschichte vom Osterei

In vielen Kulturen steht das Ei seit jeher für neues Leben. Schon lange bevor es das christliche Osterfest gab, wurden Eier bemalt. So fand man 60 000 Jahre alte dekorierte Straußeneier im südlichen Afrika. Auch in Ägypten wurden solche als Grabbeilage in 5000 Jahre alten Gräbern gefunden.

Die Eier zu Ostern bunt zu färben, war im Mittelalter ein Mittel zum Zweck. In der katholischen Kirche hat man während der Fastenzeit neben Fleisch auch auf Eier verzichtet. Da die Fastenzeit 40 Tage dauert, wurden die Eier durch hartkochen haltbar gemacht. Und um nach der Fastenzeit zu wissen, welche Eier denn nun die ältesten sind, wurden die Eier mit Pflanzensäften in unterschiedlichen Farben gefärbt.

Das Osterei in anderen Ländern

Bei uns in Österreich versteckt der Osterhase die bunten Ostereier, die man nach dem „Eierpecken” verspeist. Aber auch in vielen anderen Ländern gibt es die verschiedensten Bräuche rund um das Osterei.

  • Frankreich: Auch hier sucht man die Ostereier, die der Legende nach von den Glocken aus Rom gebracht werden. Die sogenannte „chasse aux œufs”, die Eiersuche, ist in vielen Städten Frankreichs ein großes Spektakel. Paris beispielsweise lädt seine Bewohner*innen und Besucher*innen am Ostersonntag zur Ostereier Suche unter dem Eiffelturm ein.

  • Schweiz: Ein beliebtes Spiel zwischen Erwachsenen und Kindern ist das „Zwänzgerle”. Der Erwachsene versucht eine Zwanzigrappen Münze so zu werfen, dass sie in der Eierschale vom Osterei, dass das Kind in Händen hält, stecken bleibt. Gelingt dies, darf der Erwachsene das Ei essen, wenn nicht, bekommt das Kind die Münze geschenkt.

  • Bulgarien: Hier bewirft man sich am Ostersonntag innerhalb der Familie mit rohen Eiern. Es heißt, wessen Ei bei dieser Schlacht unbeschädigt bleibt, den erwartet ein Jahr voller Erfolg.

  • USA: Eine lange Tradition hat die „Easter Egg Roll”. Seit 1878 luden fast alle Präsidentenfamilien am Ostermontag Familien in den Garten des Weißen Haus ein. Amerikanische Kinder können sich mit ihren Begleitpersonen bei der „Easter Egg Roll Lottery” anmelden. Die Gewinner bekommen eine offizielle Einladung von der Gattin des amtierenden US Präsidenten. Landwirt*innen aus dem ganzen Land bringen dafür Eier ins Weiße Haus.

Die Vermarktung des Osterei’s

Egal ob das Osterei ein traditionelles Hühnerei, ein Schokoladenei oder aber aus Marzipan ist. Zu Ostern lässt sich jedes Ei vermarkten und der Markt ist heiß umkämpft. Auch wenn große Supermärkte mittlerweile fast ganzjährig gekochte und teilweise sogar gefärbte Eier verkaufen, ist in der Osterzeit natürlich Hochsaison für Eierproduzent*innen.

Durchschnittlich verzerren die Österreicher*innen 64 Millionen Hühnereier rund um Ostern. In den letzten 2 Jahren waren es pandemiebedingt um 21 Millionen Stück weniger.

Ursprüngliche Vermarktung des Osterei´s

Schon lange kann man in der Zeit um Ostern auch schon fertig gefärbte Eier im Handel erwerben. Doch früher musste man sich oft mit konventionellen Eiern begnügen, die in grellen Farben erhältlich waren. Gefärbte Ostereier in Bio Qualität waren kaum zu bekommen. Aber hier hat sich einiges zum Guten gewendet und mittlerweile kann die Herkunft von fast jedem frischen Ei rückverfolgt werden.

Vermarktung des Osterei´s heute

Der jährliche pro Kopf Verbrauch liegt in Österreich seit einigen Jahren bei rund 240 Eiern, die Tendenz ist aber sinkend. Den Großteil davon kaufen Konsument*innen im Handel, dennoch verzeichnen Ab-Hof-Verkäufe und Zusteller einen Wachstum von 15%.

Seit 2010 kann man sich in Österreich sicher sein, dass die frischen Eier, die man hierzulande kauft, auch aus Österreich sind. Grund dafür ist eine einheitliche Branchenlösung, zu der sich die Geflügelbranche und der Lebensmitteleinzelhandel freiwillig verpflichtet haben. Umso größer war der Aufschrei als 2021 ein Lebensmitteleinzelhändler kurzfristig frische Eier aus Deutschland, abgepackt in den Niederlanden, im Sortiment hatte.

Auch wenn jedes gekaufte frische Ei aus Österreich kommt, importiert unser Land jährlich 690 Millionen Eier, die dann hier weiterverarbeitet werden.

Die Angabe von Güte- und Gewichtsklasse sowie die Einzeleikennzeichnung ist beim Verkauf an Lebensmittelgeschäfte, Gastronomiebetriebe, Bäckereien etc. verpflichtend. Mit Hilfe der Eierdatenbank können ca. 90% der Eier zum produzierenden Betrieb nachverfolgt werden.

Die Konsument*innen greifen in den letzten Jahren immer mehr zu Bio- oder Freilandeiern, so dass die Nachfrage oft nicht gedeckt werden kann. Bei den verkauften Ostereiern haben Bio Eier einen Anteil von rund 15%.

Das Osterei der Zukunft

Dass es das Osterei auch in Zukunft geben wird ist klar. Es hat eine jahrhundertelange Geschichte hinter sich und diese Tradition wird anhalten. Doch was tut sich diesbezüglich in der Lebensmittel Vermarktung?

Vegane Ersatzprodukte sind ein großes Thema in der Lebensmittel Branche und die Innovationen in diesem Segment sind nicht zu bremsen. Für viele tierische Produkte gibt es bereits tolle Alternativen auf pflanzlicher Basis. Doch wie ist das mit dem Ei? Werden die immer mehr werdenden Veganer*innen vielleicht auch bald genüsslich ein Osterei verspeisen können?

Fotocredit: Perfeggt/ Veganes Rührei

Die Antwort ist ja. Es gibt bereits ein veganes Ei, das einem hartgekochten Hühnerei ähnelt. Im November 2021 brachte Migros, die zweitgrößte Supermarktkette der Schweiz, dieses in seine Märkte. Das pflanzliche Ei besteht hauptsächlich aus Sojaprotein und mit Karotin wird der Eidotter nachempfunden. Schon kurze Zeit nach der Einführung gab das Unternehmen nach vielen Kritiken von Kund*innen bekannt, dass es das Produkt optimieren werde. Nicht nur der Geschmack, sondern vor allem die Verpackung war ein großer Kritikpunkt. Das tierische Ei hat mit der Calciumschale auf natürliche Weise eine perfekte Verpackung. Die vegane Alternative aus der Schweiz kommt in einer Plastikverpackung.

Auch wenn das weltweit erste vegane Ei noch nicht der große Erfolg war, werden Produktentwickler*innen weltweit weiter an einer perfekten pflanzlichen Alternative zum herkömmlichen Ei arbeiten.

So kündigen die Lebensmittelmarke Veganz und ein deutsches Start Up an, vegane Eier anbieten zu können. Während Veganz ein pflanzliches Stangenei entwickelt, setzt das Start Up „Perfeggt” auf ein Produkt, das flüssig sein wird und somit dem verquirlten Ei gleicht.

Beide Unternehmen haben ihre Erzeugnisse bereits patentieren lassen und wollen diese noch 2022 auf den Markt bringen. Wir dürfen also gespannt sein!

Das Osterei – damals und heute

Was also eigentlich einen praktischen Hintergrund hatte, ist heute bei uns nicht mehr wegzudenken. Dennoch haben die Österreicher*innen im Jahr 2020 deutlich weniger Eier als in den Vorjahren verzerrt. Der Grund für den rückläufigen Verbrauch ist, das sich die Ernährungsgewohnheiten ändern.

Die österreichischen Eierproduzent*innen erzeugen momentan 2,17 Mrd. Eier, was bedeutet, das eine Inlandsversorgung von 90% erreicht werden kann. Auch die privaten Selbstversorgung mit Eiern steigt, seit Beginn der Corona Krise gibt es einen deutlichen Anstieg von Kleinsthaltungen.

Und wie schon erwähnt, wird es nicht mehr allzu lange dauern und wir werden neben dem herkömmlichen Eiern auch die pflanzliche Alternative in unseren Supermarktregalen finden.

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