Die beste Verpackung der Welt

Jede*r hat in seinem Alltag wahrscheinlich mehrmals am Tag eine Lebensmittel Verpackung in der Hand. Und die wenigsten machen sich wahrscheinlich bewusst große Gedanken darüber. Dennoch hat eine Verpackung heutzutage viel mehr „Aufgaben“ als Waren nur zu schützen. Verpackungen sind mittlerweile ein wichtiges Tool in der Lebensmittel Vermarktung. Außerdem werden sie smarter und interaktiv.

Die Geschichte der Lebensmittel Verpackung

Seit es Menschen gibt, gibt es Verpackungen. Denn schon in der Steinzeit haben die Menschen Nahrungsmittel „verpackt“, um sie vor verschiedenen Einflüssen zu schützen. Lange Zeit war Verpackung dann vor allem dafür da, um Lebensmittel haltbar und transportsicher zu machen. Aber das reicht schon lange nicht mehr aus.

Die Verpackung von „damals”

Schon in der Steinzeit mussten Dinge verpackt werden. Die Ernährung bestand hauptsächlich aus Fleisch, Pflanzen, Obst und Wurzeln. Und das musste vor Wetter, Schmutz und Tieren geschützt werden. Dazu gruben die Menschen Erdhöhlen aus und verkleideten diese mit Steinen oder Holz. Mit der Zeit wurde das Nahrungsangebot vielfältiger und der Tauschhandel begann. Somit gewann die Lagerung und Bevorratung der Lebensmittel an Bedeutung. Große Pflanzenblätter, Hörner, Tierhäute, Gefäße aus Lehm und Ton wurden verwendet.

Im alten Ägypten wurde dann Papyrus und auch bereits Glas benutzt. Im Mittelalter verpackte und transportierte man Lebensmittel in erster Linie in Holzkisten- und fässern. 1810 wurden erste Dosen hergestellt, in denen man Lebensmittel auch länger haltbar machten konnte. Das Papier wurde zwar vermutlich bereits vor 2000 Jahren in China erfunden, seinen Durchbruch als Verpackungsmaterial schaffte es erst mit Erfindung der Papiertüte im 19. Jahrhundert.

Die Verpackung von heute

Wie du siehst, gibt es einige Verpackungsmaterialien schon sehr lange. Während Ton nur noch selten für Öle oder Wein verwendet wird, ist Papier mit Karton und Pappe bis heute eines der wichtigsten Verpackungen geblieben. Natürlich ist sind auch Glas und Dosen nicht mehr wegzudenken.

Das Material, das seit einigen Jahren für Diskussionsstoff sorgt, gibt es noch nicht wahnsinnig lange – das Plastik. Die Anfänge von Kunststoff waren im späten 19. Jahrhundert und seit den 1950er Jahren gibt es Plastik so wie wir es kennen. Der große Plastik Boom setzte in den 80er Jahren und es wurde nahezu alles in Plastik verpackt. Damals war noch nicht klar, welche Schwierigkeiten dies mit sich bringt.

Die Umweltverschmutzung durch Plastik ist ein weltweites Problem, dem sich die Gesellschaft stellen muss. Es findet ein seit Jahren ein Umdenken statt und es wird an Lösungen gearbeitet. So findet man immer öfters Läden, in denen die Produkte unverpackt sind. Wenn du mehr darüber wissen möchtest, lies gerne meinen Blogbeitrag darüber.

Die Verpackung im Lebensmittel Marketing

Packaging Design

Natürlich ist das Design einer Verpackung überaus wichtig in der Lebensmittel Vermarktung. Die Verpackung muss ansprechend sein und auffallen. Unternehmen, die eine große Produktpalette haben, sollten all ihre Verpackungen so gestalten, dass sie einen Wiedererkennungswert haben. Spannend ist auch der „Path to Purchase„, der viel mit Einkaufspsychologie zu tun hat.

Eine deutsche Design Agentur hat dazu die sogenannte 5-3-1 Regel* entwickelt. Hierbei geht man von Lebensmittel Verpackungen aus, die klassisch im Regal stehen. 5 Meter vor einem Produkt sollen die Konsument*innen anhand des Designs erkennen, welches Produkt es ist. Dabei helfen Verpackungsarten- und Formen. Steht die/der potenzielle Käufer*in 3 Meter davor, muss erkennbar sein, um welche Marke und Sorte es sich handelt. Sobald die/der Einkäufer*in dann 1 Meter vor dem Produkt ist, soll hauptsächlich die Sorte gut sichtbar sein. Die Konsument*innen suchen jetzt gezielt, die Entscheidungsphase dauert oft nur wenige Sekunden. Deshalb werden die Kund*innen vor allem durch Bilder und Farben zum Produkt geführt.

*Quelle: Good Food Marketing von Andreas Peters

Storytelling auf der Verpackung von Oatly

Storytelling im Food Marketing

Heutzutage kann Verpackung aber viel mehr als Lebensmittel haltbar und transportsicher zu machen. In der Lebensmittel Vermarktung spielen Verpackungen eine immer wichtigere Rolle und sie erzählen teilweise ganze Geschichten. Storytelling eignet sich für Food Marketing hervorragend, um Konsument*innen emotional an ein Produkt zu binden. Essen dient nicht immer nur zur Nahrungsaufnahme, für die meisten Menschen sind Lebensmittel auch Genuss und/oder ein gewisser Lifestyle. Das ist an Emotion gebunden. Die Aufgabe von Storytelling ist ja, Informationen über ein Produkt über Emotionen zu vermitteln. Und für diese Story kann auch die Verpackung genutzt werden. Oatly, ein Unternehmen, dass vegane Produkte aus Hafer herstellt, beherrscht das perfekt. Auf jeder Verpackung findet man eine kurze Story, die bei den Konsument*innen unbewusst eine Emotion weckt und im besten Fall an die Marke bindet.

QR Codes im Food Marketing

Ein weiteres Tool im Lebensmittel Marketing ist der QR Code. Unser Alltag wird immer digitaler und Food Brands, die am Markt bestehen wollen, müssen sich dem anpassen. QR Codes sind die Nachfolger von den herkömmlichen Barcodes und können unzählige Daten speichern. Mit dem Scan eines Codes können Unternehmen ihre Kund*innen mit jeder Menge Information versorgen. Ob die gesamte Produktpalette, Nährwertinformationen, Rezepte, Videos oder Pdf-Dateien – nahezu alles in kann in einem QR Code eingebettet werden. Die Daten, die über einen QR Code abgerufen werden können, sind jederzeit austauschbar. Das heißt, Unternehmen können die Inhalte jederzeit aktualisieren oder ändern.

Außerdem eignen sich QR Codes bestens für Tracking. Man kann genau analysieren wie oft, wo und wann die Verbraucher*innen den eigenen QR Code scannen und dies dokumentieren. Anhand dieser Informationen kann man Marketingstrategien und Werbemassnahmen anpassen.

Wie die Forschung aus der Natur lernt

Das der Mensch von der Natur lernen kann, ist nichts Neues. In der Natur gibt es faszinierende Beispiele, wie die perfekte Verpackung sein soll. Man denke an die Banane oder ein Ei. Aber wie wird das umgesetzt?

Der Fachbegriff dafür ist Bionik, also BIOlogie und TechNIK. Und damit beschäftigen sich auch Ingenieur*innen in der Verpackungsindustrie. Es gibt jede Menge Verpackungen, deren Prinzip von der Natur kopiert ist. Im Folgenden habe ich drei Beispiele dafür, wie Verpackungen mithilfe von Bionik entwickelt wurden.

  • Banane: Das bekannteste Beispiel ist wahrscheinlich die Banane. Aber weißt du eigentlich wie das Prinzip der Bananenschale bei Verpackungen umgesetzt wird? Die Banane hat eine stabile Schale, deren Fasern dennoch elastisch sind. Sie hat Sollbruchstellen und die Banane lässt sich so einfach schälen. Dieses „System“ findet man zB bei Verpackungen von Fertigprodukten oder aber bei Kartons mit fadenverstärkten Aufreißhilfen.

  • Eisbär: Seine dicke Fettschicht und sein Fell schützen den Eisbär vor der Kälte. Das Besondere daran ist, dass die Haare des Fells innen hohl sind und die Luft darin dient als Isolation gegen die eisigen Temperaturen. Bei Thermoverpackungen finden wir dieses System zB bei Luftpolsterfolie. Die kleinen Luftkammern wirken wärmedämmend und solche Folien sind bis -60°C temperaturbeständig.

  • Bienenwabe: Bienen ziehen in ihren Waben Larven auf und lagern darin Honig und Pollen. Wer so eine Bienenwabe genauer betrachtet, merkt, welch ein Meisterwerk der Natur dies ist. Die sechseckigen Zellen kombinieren effiziente Raumnutzung mit optimaler Stabilität und maximaler Volumennutzung. Kein Wunder, dass sich die Verpackungsindustrie all diese Vorteile zu nutze macht. Wir kennen diese Papierwabenplatten als Zwischenlage in Verpackungen. Durch den geringeren Materialverbrauch sind sie auch sehr leicht und eignen sich gut für den Versand.
Fotocredit: Grand Hotel Wien

Die Zukunft der Lebensmittel Verpackung

Smarte Verpackungen

Simple as it is…das war mal. In Zukunft wird eine Verpackung mehr als zum Beispiel „nur“ eine Schachtel sein. In den nächsten Jahren werden Verpackungen zunehmend smarter werden. Denn auch in der Verpackungsindustrie hat die Digitalisierung bereits Einzug gehalten und die Verpackung erhält weitere Funktionen.

Was wird die Verpackung in der Zukunft können?

Mit Hilfe von Augmented Reality können Verpackung zukünftig mit der virtuellen Welt verknüpft werden. So können Verpackungen „lebendig“ gemacht werden und die Konsument*innen können mit Animationen und Videos interaktiv mit Informationen versorgt werden.

Wie bereits oben schon erwähnt, können Verpackungen durch verschiedene Technologien auch getracked werden. Es gibt bereits Europaletten, die mit einer Technologie ausgestattet sind, die es nicht nur erlaubt, in Echtzeit jederzeit zu tracken, wo sich die Palette gerade befindet, sondern es können auch jederzeit Informationen zum Temperaturverlauf aufgerufen werden.

Verpackung forever

Es gibt viele Dinge, die es seit ewigen Zeiten gibt und die bereits aus unserem Alltag verschwunden sind. Was es aber immer geben wird ist die Verpackung. Einige Verpackungen werden weiterhin so bleiben, wie sie immer waren. Andere jedoch werden sich verändern und sich dem digitalen Wandel anpassen. Außerdem werden sich Verpackungsentwickler*innen weiterhin in die Natur sehen und von ihr lernen.

Du möchtest mit mir über Lebensmittel Vermarktung sprechen oder einen unverbindlichen Termin vereinbaren? Ich freue mich über eine Nachricht von dir.

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