Das Kakao Barometer

Schokolade, eine Verführung, der kaum jemand widerstehen kann. Doch wer macht sich wirklich Gedanken darüber, wo die Schokolade herkommt? Die Basis für Schokolade ist Kakao und dieser wächst vorwiegend in sehr armen Ländern. Die Bedingungen für die Farmer*innen sind schlecht und durch die große Nachfrage aus den Industrieländern sowie niedrige Preise nimmt auch die Waldrodung zu. All diese Faktoren nimmt der Kakao Barometer neutral unter die Lupe. Das Kakao Barometer ist also ein Report über den weltweiten Handel mit Kakao.

Was ist das Kakaobarometer?

Mehrere internationale und unabhängige Organisationen geben das Kakao Barometer alle 2 Jahre heraus. Der Bericht beleuchtet die verschiedensten Aspekte vom Kakao Anbau und ist eine der wichtigsten Veröffentlichungen über die Situation am Kakaomarkt. Ziel ist es, den Anbau und Handel von Kakao nachhaltiger und fairer zu verteilen.

Seit 2009 befasst sich jede Ausgabe des Kakao Barometers sehr detailliert unter anderem mit folgenden Themen:

  • Generelle Entwicklung am Kakaosektor
  • Wie wird das Einkommen der Kakaofarmer existenzsichernd („Living Income”)
  • Menschenrechte im Zusammenhang mit Kakaoanbau
  • Umwelt

Trotz der großen Nachfrage an Kakao leben die Produzent*innen und ihre Arbeiter*innen nahezu immer in Armut. Denn nur ein Bruchteil der Wertschöpfung bleibt bei ihnen. Den Großteil davon teilen sich die Kakaoverarbeiter, Schokoladehersteller und der Einzelhandel.

Das Kakao Barometer 2020

Das letzte Kakao Barometer stammt aus dem Jahr 2020 und die Autoren schlagen Alarm. Der Kakaosektor hat sich schon vor langem selbst freiwillig Bemühungen zur Regulierung auferlegt, laut dem aktuellen Bericht sind diese jedoch gescheitert. Die Herausgeber des Kakao Barometers von 2020 fordern Unternehmen und auch Regierungen auf, sich an ihre Versprechungen zu halten.

Schwierigkeiten beim Anbau von Kakao

Menschenrechtsverletzung und Umweltzerstörung stellen im Kakaoanbau noch immer ein großes Problem dar. Das Kakao Barometer 2020 konzentriert sich dabei auf die Länder Elfenbeinküste und Ghana, wo 74% aller weltweit angebauten Kakaobohnen herkommen. Westafrika produziert vorwiegend Konsumkakao und dieser erzielt deutlich niedrigere Preise als Edelkakao aus Lateinamerika und Indonesien.

  • Armut der Kakaofarmer*innen: In der Elfenbeinküste können nur 12%, in Ghana gar nur 9,4% der Kakaofarmer mit ihrem Einkommen ihre Existenz sichern. Dabei beträgt das „Living Income” in Ghana nicht einmal 5000 Dollar/Jahr. Das Kakaobarometer 2020 bringt dazu auch ein Beispiel: ein großes europäischer Schokolade Hersteller könnte allen 90 000 Kakaoproduzent*innen dieses Einkommen ermöglichen. Trotzdem blieben immer noch 192 Millionen Euro Gewinn für das Unternehmen.

  • Kinderarbeit: 1,5 Millionen Kinder sind in Westafrika an der Kakao Produktion beteiligt. Die Kinder der Kakaofarmer müssen auf den Plantagen arbeiten, denn ihre Familien können es sich nicht leisten, erwachsene Angestellte zu bezahlen. Und dabei kommen Kinder mit Giftstoffen in Berührung, hantieren mit gefährlichen Werkzeugen und tragen oft schwere Lasten.

  • Umwelt: Umweltschädigung ist beim Anbau von Kakao ein großes Thema. Durch die ständige Zunahme von Waldrodungen zugunsten von Kakaoplantagen gerät das System aus der Bahn; dort heimische Tiere und Pflanzen verlieren ihren Lebensraum. Der Einsatz von Kunstdünger und Pestiziden nimmt zu und schadet der Umwelt und den Menschen.

Die Autoren geben einige Empfehlungen an alle in den Kakaohandel involvierten Stakeholder, Unternehmen und Regierungen. So lautet die Empfehlung für Regierungen, die Kakaobohnen importieren, gesetzliche Rahmenbedingungen bezüglich der ökologischen und menschenrechtlichen Sorgfaltspflicht zu schaffen.

Warum sich das Konsumverhalten ändern muss

Das primäre Ziel der Zukunft ist es alle Menschen auf der Welt ernähren zu können. Zugleich müssen wir jedoch achtsam mit der Natur und deren Ressourcen umgehen. Der Trend, dass sich Konsument*innen bewusster mit Lebensmittel und deren Herstellung befassen zeichnet sich schon länger ab. Immer mehr Menschen gelangen zu der Erkenntnis, das sich in Bezug auf Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung, Umweltschutz und somit auch in der Ernährung vieles ändern muss.

Im Mittelpunkt steht dabei die wachsende Weltbevölkerung und deren Ernährung. Die UNO schätzt, dass 2030 die Bevölkerung um 10%, also auf rund 8,5 Milliarden Menschen wachsen wird. Ein Zuwachs der Weltbevölkerung bedeutet auch einen erhöhten Bedarf an Ressourcen. Außerdem brauchen mehr Menschen mehr Agrarfläche. Und diese wiederum entsteht durch Abholzung. Aktuell fallen jährlich 300 000 km² Wald für die Rodung an, davon sind mehr als die Hälfte tropische Regenwälder. 

Schokolade – ein Blick in die Zukunft

Ein deutsches Start Up hat erkannt, wohin der Trend geht und ein Unternehmen gegründet, das kakaofreie Schokolade auf den Markt bringt. Schokolade ohne Kakao ist das Ziel der Visionäre. Regionale und natürliche Zutaten ersetzen den Kakao. Dabei setzt das Start Up auf Nebenprodukte aus der Hafer- und Getreideproduktion, die speziell fermentiert und geröstet werden, um so Geschmack und Textur herkömmlicher Schokolade zu erzielen. Die „Schokolade der Zukunt” ist laut Gründern vegan und 10x nachhaltiger als Schokolade mit Kakao. Bereits in diesem Jahr soll die weltweit erste kakaofreie Schokolade auf den Markt kommen.

Du möchtest mit mir über Lebensmittel Vermarktung sprechen oder einen unverbindlichen Termin vereinbaren? Ich freue mich über eine Nachricht von dir.

Meine Erfahrung im Food Marketing Consulting teile ich auch in meinem Newsletter. Du kannst dich dafür jederzeit hier anmelden.