Storytelling im Bau und Immobilien Marketing

Im Marketing wird von Storytelling gesprochen, wenn Marketer eine Methode anwenden, die Wissen, Ideen oder Produkte durch Geschichten vermitteln.  Die „Story“ soll dazu führen, dass die vermittelte Information möglichst einfach präsentiert und vom jeweiligen Empfänger gut aufgenommen wird. Am erfolgreichsten ist eine Story dann, wenn diese langfristig im Gedächtnis verankert bleibt.

Facetten des Storytellings

Aktuell wird Storytelling oft zum Wissensmanagement, zur Mitarbeiterschulung oder im Employer Branding in diversen Unternehmen eingesetzt. Es dient dazu, Daten, Werte, Ziele oder Wissen eines Unternehmens an die Mitarbeiter zu vermitteln. Kinder- und Erwachsenenbildung sowie der Journalismus verwenden das Storytelling, um Informationen in vereinfachter oder beispielhafter Form weiterzugeben. In der Psychotherapie dienen Geschichten, um Probleme zu aufzuzeigen und Lösungen zu entwickeln.

Marketing und Werbung, sowie PR nutzen die emotionalisierende Wirkung von Geschichten und verwenden unterschiedliche Formen des Storytellings, um ihre Botschaften ins Gedächtnis der jeweiligen Zielgruppe zu rufen.

Das Ziel im Storytelling

In den meisten Branchen stellt es sich als schwierig dar, Wissen und Daten optimal an die jeweilige Zielgruppe zu vermitteln. Informationen werden zunehmend komplexer, denn schließlich bestimmt auch die Masse und der Umfang der Information, wie diese aufgenommen wird. Man darf dabei nicht vergessen, dass die Aufnahmekapazität bei jedem Menschen begrenzt ist. Umso schwieriger wird es also bestimmte Themen im Gedächtnis aufzunehmen, bei denen es einen großen Umfang von Informationen gibt.

Gleichzeitig wird aber die Nachfrage nach Transparenz und Informationen über Produkte immer wichtiger. – Werber und Marketer bemühen sich, um die Aufmerksamkeit des Kunden zu bekommen. Die Challenge dabei: komplexe Informationen verständlich und passend zu verpacken und sie „attraktiv” zu gestalten.

Definition Storytelling:

Storytelling versucht, Informationen zu vereinfachen und sie anschaulich darzustellen. Auf diese Weise soll die gewünschte Botschaft ganz einfach im Gedächtnis der jeweiligen Zielgruppe verankert werden. Die grundlegenden Ziele im Storytelling bestehen somit darin, Information zu vereinfachen, sie ansprechend aufzubereiten und so dem Empfänger zugänglich zu machen.

Funktionsweise des Storytellings

In beinahe jedem Unternehmen wird das Storytelling bereits bewusst oder unbewusst eingesetzt und gehört zur alltäglichen Kommunikation. Beispiele reichen hier vom Klatsch in der Kaffeeküche bis zur offiziellen Geschichte der Firmengründung.

Meist sind folgende Eigenschaften in jeder Story:

  • Ein oder mehrere Protagonisten
  • Ereignis oder Problem
  • Lösung oder Vermeidung des Problems

Branchenübergreifend lassen sich einige Merkmale feststellen, die jede Geschichte im Sinne des Storytellings mit sich bringt.

Die Story aktiviert, emotionalisiert, begeistert und bindet.

Stories setzen sich daher aus Folgendem zusammen:

  • Aktivierung: Eine gute Story erhascht die Aufmerksamkeit des Empfängers. Das gilt gleichermaßen in der Vermittlung von Wissen, als auch in der Werbung für ein Produkt. Eine gute Geschichte kann mit einem gelungenen, möglichst Zielgruppen genauen Einstieg die Aufmerksamkeit des Empfängers erhaschen und ihn zur Interaktion bewegen.
  • Emotionen: Eine gute Story berührt den Empfänger auf emotionaler Ebene. Welche Emotionen das sind, hängt von der Geschichte, dem Thema und dem Einsatzzweck ab. So können etwa nicht nur positive Emotionen einen Kunden bewegen. Auch negative Emotionen können ein Thema oder ein Produkt fester im Gedächtnis verankern.

In der Werbung ist es wichtig, dass der Konsument die Emotion auf das Produkt überträgt. Deshalb versuchen Marken, dass sich Abnehmer mit der Philosophie des Unternehmens/Produktes identifiziert. In diesem Fall wird das Storytelling dementsprechend angepasst.

  • Begeisterung: Eine gute Story begeistert. Im Idealfall wird eine gute Story automatisch – wie etwa durch Mundpropaganda – verbreitet. Daher gehen Experten davon aus, dass Themen die begeistern, besser im Gedächtnis bleiben.
  • Bindung: In der Werbung entscheidet Storytelling darüber, ob eine Bindung zwischen Produkt und Konsument entsteht. Menschen lieben Geschichten. Nicht umsonst werden Ereignisse und Vorgänge in Erzählungen wie etwa Märchen oder Sagen verpackt. Eine unterhaltsam aufbereitete Website etwa kann User zum regelmäßigen Besucher machen.

Fazit

Je mehr eine Geschichte aktiviert, emotionalisiert, begeistert und bindet, umso eher erreicht sie ihr Ziel. Daher sorgen gute Stories dafür, dass sich der Empfänger mit der Geschichte identifiziert. Folglich werden Informationen leichter aufgenommen.

Anwendungsgebiete von Storytelling

  • Wissensmanagement: wichtige Bestimmungen in Firmen, die in einem Comic erklärt werden.
  • Journalismus: Geschichten von Menschen, anhand derer eine Thematik erläutert wird.
  • Werbung: Werbespots mit Protagonisten und Ereignissen.
  • Marketing und PR: Eine Firmengeschichte oder der Beweggrund für die Entwicklung eines neuen Produkts lassen sich ideal auf der Firmen Website oder auf Social Media platzieren.

Verschiedene Formen von Storytelling

Storytelling kann in vielen Formen und Medien existieren. Diese reichen von der mündlichen Rede bis zu multimedialen Präsentationen. Auch Bücher, Lieder oder Werbevideos mit einem Millionenpublikum erzählen auf ihre Art und Weise Stories.

Das Web bietet viele Möglichkeiten für multimediales und auch interaktives Geschichten erzählen. Als Marketing Tool wird eine Vielzahl an Material, wie etwa Audio, Text, Video und Bild eingesetzt.

Beispiele für Storytelling online:

  • Reportagen von Online Zeitungen
  • Kurzvideos für Marketing Kampagnen
  • Blogs
  • Diverse Beiträge auf Social Media Kanälen
  • Podcasts

Storytelling geschieht in diversen Medien und Formen. Gerade online bietet sich vieles als Medium zum interaktiven Geschichten erzählen an. Mittels Videos, Texten, Slideshows oder Animationen können immer wieder neue Formen von gutem Storytelling geschaffen werden.

Storytelling für die Vermarktung von Immobilien

Gerade in Österreich lassen sich Häuser und Wohnungen ideal mittels Storytelling vermarkten. Vor allem Denkmal geschützte Gebäude haben eine besondere Geschichte aufzuweisen. Andere Liegenschaften lassen sich wiederum mit einer Geschichte rund um das Grundstück aufwerten. Beim Marketing im Bau und Immobilien Bereich sollte gezielt auf die angestrebten Ziele des Verkäufers oder Bauherren geachtet werden. Mittels strategischem Marketing lassen sich Liegenschaften aufwerten, indem man nicht bloß Standard Eigenschaften dem Abnehmer präsentiert, sondern viel mehr das was diese umgibt.

Niemals vergessen: Menschen lieben Geschichten.