Tag der Biene – ein Zeichen gegen das Bienensterben

Von den Vereinten Nationen wurde der 20. Mai als World Bee Day ins Leben gerufen. Damit will man auf das weltweite Bienensterben aufmerksam machen. Da die Bienenpopulation stetig zurück geht ist die Biene ein schützenswertes Tier. Mit diesem Beitrag soll Aufmerksamkeit geschafft werden, warum der Schutz von Bienen für alle von uns von Bedeutung ist.

Weltweit gibt es mehr als 20 000 verschiedene Bienenarten. In Österreich sind in etwa 700 Arten heimisch, von denen schon viele auf der roten Liste der gefährdeten Tiere stehen. Wenn wir an eine Biene denken, dann denken wir meist an die Honigbiene. Dabei gibt es nur 9 verschiedene Honigbienen, der Rest sind Sand-, Furchen-, und Mauerbienenarten, sowie Hummeln und andere Wildbienenarten. Eines haben sie aber gemeinsam: sie alle ernähren sich von Pollen und Nektar. Und genau deshalb könnte das weltweite Bienensterben auch für den Menschen weitreichende Folgen haben.

Die Ursachen für das Bienensterben

Selbst für die Forschung ist noch nicht lückenlos geklärt, worin die Ursachen für das weltweite Bienensterben liegen. Die Wissenschaft ist sich jedoch einig, dass es dafür mehrere Gründe gibt und diese zusammenspielen.

Der Einsatz von Pestiziden

Egal ob in der Landwirtschaft, in der Forstwirtschaft, im Garten- und Landschaftsbau und auch in den heimischen privaten Gärten. Überall werden Pflanzenschutzmittel eingesetzt, um unwillkommenes Leben in Form von Tieren, Pflanzen oder Pilzen zu beseitigen oder zu vertreiben. In Österreich wurde das den letzten Jahren sehr umstrittende Glyphosat bereits teilweise verboten. Solche Pflanzenschutzmittel sind für die Bienen eine Bedrohung in vielerlei Hinsicht. Nicht nur, dass sich die Verwendung solcher Mittel auf den Honig auswirkt, auch das Nervensystem (und damit zB die Orientierungsfähigkeit) und die Lebensdauer der Bienen werden dadurch negativ belastet.

Krankheitserreger bei Honigbienen

Im 19. Jahrhundert kam es durch die Industrialisierung und zunehmender Beliebtheit der Imkerei vermehrt zum Austausch zwischen westlichen und östlichen Bienenarten. Und so kam eine für die Honigbiene gefährliche Milbenart nach Europa. Die Varroa Milbe setzt sich in der Brut fest und ernährt sich ausschließlich vom Blut der Bienen. Mittlerweile ist die Varroa Milbe eine der Hauptursachen für das Bienensterben. Diese Milbe überträgt noch weitere Krankheitserreger und ist so in der Lage, viele Bienenvölker auszulöschen.

Klimawandel und das Bienensterben

Bienen bekommen die Auswirkungen des voranschreitenden Klimawandels bereits zu spüren. Die Winter werden wärmer und somit sind die Bienen früher aktiv. Sie unterbrechen also ihre Winterruhe und sind deshalb anfälliger für die Varroa Milbe. Die verlängerten Vegetationsperioden tragen maßgeblich dazu bei, dass der natürliche Kreislauf der Bienen aus dem Gleichgewicht kommt.

Zerstörung von Lebensräumen

Bienen stehen in direkter Abhängigkeit zu einer gesunden Umwelt und ausreichender Nahrungsquellen. Einseitige Monokulturen und rapide zunehmende Flächenversiegelung durch Bebauung sind genau das Gegenteil. Außerdem findet man auch in privaten Gärten anstatt natürlicher Blumenwiesen meist nur noch Zierpflanzen. Aber nicht nur die komplette Zerstörung von Lebensraum ist ein Thema. Auch deren Zerschneidung kann folgenschwere Auswirkungen auf die Bienen haben. Werden zum Beispiel durch eine Autobahn zwei Bienenvölker einer Art voneinander getrennt, verringert sich die genetische Vielfalt. Diese ist aber wichtig, denn je größer diese Diversität ist, desto anpassungsfähiger und wehrhafter gegen Krankheiten, Schädlinge und andere Bedrohungen ist eine Population.

Folgen des Bienensterbens

Das Bienensterben stellt tatsächlich ein großes Problem dar. Global betrachtet ist die Biene, nach Schweinen und Rindern, das drittwichtigste Nutztier.

Solange es aber Imker gibt, die Honigbienen züchten, wird zumindest diese Art nicht gänzlich vom Aussterben bedroht sein. Anders bei den Wildbienen, die im Gegensatz zur Honigbiene alleine leben und in unterschiedlichen Orten nisten.

Aber auch Wildbienen sind äußerst wichtig für die Bestäubung, da Honigbienen aufgrund ihrer Beschaffenheit nicht jede Pflanze bestäuben können. So kann beispielsweise eine Tomate nicht von einer Honigbiene bestäubt werden, da die Pollen schwer zugänglich sind. Die Hummel schafft dies durch die Vibration ihres Flügelschlages. Außerdem kann die Hummel durch ihren dichteren Pelz mehr Pollen von einer Blüte zur nächsten tragen.

Auswirkungen auf den Menschen

Hätten wir keine Honigbienen und andere Bestäubungsinsekten wie Hummeln oder Wildbienen, würden sich die Ernten weltweit dramatisch verringern. Durch die Bestäubung haben die Bienen einen großen Einfluss auf die menschliche Ernährung. Ohne diese müssten wir auf etwa ein Drittel unserer Nutzpflanzen, von denen wir uns ernähren, verzichten.

Die Rückgänge bei Obst und Gemüse wie zum Beispiel Äpfel, Birnen, Kürbisse oder Kräuter wären eklatant. Kartoffeln, Reis und Getreide vermehren sich durch Selbstbefruchtung. Das heißt diese Nahrungsmittel stünden auch ohne Bienen weiterhin zur Verfügung. Aber gerade Obst und Gemüse ist essentiell für eine gesunde und ausgewogene Ernährung. Müssen wir ohne dieses auskommen, muss man davon ausgehen, dass es zu aufgrund von Immunschwäche und Mangelerscheinungen zu vermehrten Krankheiten kommt.

Es gibt auch Pflanzen, die zu 100 Prozent von der Bestäubung durch die Biene abhängig sind. Ohne Bienen müssten wir auf Kulturpflanzen wie zum Beispiel Kaffee, Kakao oder Vanille verzichten.

Auswirkungen auf die Natur

Unser Ökosystem ist ein sensibles Beziehungsgefüge. Mit dem Aussterben der Bienen würde es aus dem Gleichgewicht kommen. Die Artenvielfalt der Pflanzenwelt würde sich ohne Bestäubung durch Bienen massiv reduzieren. Das wiederum hätte zur Folge, dass viele andere Lebewesen ihren Lebensraum verlieren. Da die Natur ein Kreislauf ist, in dem die Tier und Pflanzenwelt voneinander abhängig ist, würde das Ökosystem ohne Bienen stark ins Wanken geraten.

Bienensterben und die Auswirkungen auf die Wirtschaft

Eine Welt ohne Bienen hätte natürlich auch negative Auswirkungen auf die Wirtschaft. Denn durch die Bestäubung sind sämtliche Ernten ertragreicher und die Qualität der Früchte besser. Laut einer Beurteilung der UNO sind dies in etwa 5 – 8 % der weltweiten landwirtschaftlichen Produktion. Der volkswirtschaftliche Nutzen der Bestäubung durch die Biene wird in Österreich auf circa 900 Millionen Euro, in Europa auf gar 15 Milliarden Euro geschätzt.

Weniger ertragreiche Ernten durch das Fehlen der Bienen geht mit hohen Kosten einher. Die Arbeit, die die Bienen gratis leisten, muss im „worst case“ durch den Menschen getan werden. Nahezu unvorstellbar, aber dennoch bereits Realität. Da in einigen Teilen Chinas Bienen durch die Verwendung von Pestiziden bereits völlig ausgestorben sind, werden hier Obstbäume von Menschenhand bestäubt.

Aber wir müssen gar nicht so weit schauen, um zu sehen, wie schützenswert die Bienen sind. 2021 wurden Marillenbäume auch in Österreich teilweise händisch bestäubt. Der um diese Jahreszeit unübliche Frost ließ die Bienen in ihren Stöcken bleiben. Da die Marillenblüte aber nur 5 Tage dauert und in dieser Zeit bestäubt werden muss, griffen einige Marillenbauern- und bäuerinnen zu der ungewöhnlichen Methode und bestäubten die Marillen händisch.

Was tun gegen das Bienensterben

Ich nehme an, dass auch du mittlerweile davon überzeugt bist, dass es wichtig ist, sich gegen das Bienensterben einzusetzen. Wie können wir also mithelfen, das Überleben der Bienen zu sichern? Am Ende des Beitrags werde ich dir noch einige Wege zeigen, wie du als Privatperson Verantwortung übernehmen kannst. Zuerst möchte ich dir aber ein großartiges Projekt vorstellen, wie auch Unternehmen ein Zeichen setzen können und dieses Engagement nebenbei auch noch für ihr Marketing verwenden können.

Das Grand Hotel Wien und die Stadtimkerei

Mit gutem Beispiel geht das Grand Hotel Wien bereits seit 2014 voran und bietet den Bienen eine neues Zuhause. Auf dem Dach des Hotels wurde eine Heimat für ein ganzes Bienenvolk geschaffen. Um diese Bienen kümmern sich Imker der Stadtimkerei. Das ist ein Verein, der es sich seit 2004 zur Aufgabe gestellt hat, Honig- und Wildbienen vor dem Sterben zu bewahren. Denn die Imkerei ist so viel mehr als Honigproduktion, mit dem die meisten von uns diese im ersten Gedanken verbinden.

In der Stadt siedeln sich Bienen oft an Spielplätzen, Balkonen oder Hausmauern an. Dort können sie aber aus verständlichen Gründen nicht bleiben und müssen deswegen von dort entfernt werden. Doch wohin mit all diesen Stadtbienen? Die Stadtimkerei sucht innerstädtische Plätze, an denen die Bienen eine neue Heimat finden. Und von diesen gibt es genug, man muss sie nur finden. Ob nun das Dach des Rathauses, die Terrassen vom AKH oder eben das Dach vom Grand Hotel Wien. Auch wenn es auf den ersten Blick nicht gleich so scheinen mag, gerade im 1. Bezirk ist die Umgebung für die umgesiedelten Bienen geeignet. Es gibt Parks, den Volksgarten und an den Fassaden hängt oft Efeu, der bei Bienen sehr beliebt ist. Und auch durch die etwas höheren Temperaturen fühlen sich die Bienen in der Stadt wohl.

Marketing und Merchandising mit den Bienen

In dem das Grand Hotel Wien sein Dach für die Bienen zur Verfügung stellt, leistet es in erster Linie eine Beitrag zum Schutz der Tiere. Aber das hat auch einen weiteren Nutzen. Denn das Grand Hotel nützt die Bienen berechtigterweise auch für ihr Marketing. Der Bio Honig der hauseigenen Bienen ist ein gelungenes Merchandising Produkt. Der Honig kann direkt an der Rezeption des Hotels gekauft werden. So hat das Hotel zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen – die „gute Tat“ steht im Vordergrund, aber auch die Marketingabteilung kann diese geschickt einsetzen.

Gemeinsam dem Bienensterben entgegenwirken

Nicht nur Unternehmen können sich zum Schutz der Bienen engagieren und somit ihren Beitrag für eine gesunde Umwelt leisten. Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten für jede*n von uns, um sich mehr oder weniger aktiv im Kampf gegen das Bienensterben zu beteiligen. Am Ende des Beitrages gebe ich dir einige Inputs, wie du mithelfen kannst, damit weiterhin viele „fleißige Bienchen“ gibt. Ich würde mich freuen, wenn etwas für dich dabei ist  🙌🐝.

  • Kaufe Honig aus deiner Region
  • Saisonale, regionale und biologische Lebensmittel sind meistens auch bienenfreundlich
  • Säe bienenfreundliche Pflanzen und baue Obst und Gemüse an
  • Auch Bienen haben Durst, stelle im Sommer eine Bienentränke auf
  • Verzichte bei der Pflanzenpflege auf Pestizide
  • Falls du einen Garten hast, biete den Wildbienen Nistplätze
  • Übernimm eine Bienenpatenschaft

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