Visuelles Food Marketing – Teil 2

In der Lebensmittel Vermarktung spielen auch Fotos eine große Rolle. Mit Fotos werden die Lebensmittel ins rechte Licht gerückt und so zum Star. Dennoch sind sich viele Unternehmen dem wahren Wert von professionellen Fotos in diesem Bereich noch nicht bewusst. In meinem letzten Blogbeitrag konntest du bereits den ersten Teil des Interviews mit Colin Cyruz Michel lesen. Beim Thema visuelles Foodmarketing ist er ein Experte. Ich habe mich mit ihm getroffen, um über visuelles Food Marketing zu sprechen und er hat mir interessante Einblicke in seine Arbeit gewährt. Falls du den ersten Teil noch nicht gelesen hast, stelle ich Colin hier gerne noch einmal vor.

Er ist Fotograf und Videograf und mit seiner Firma Cyruz Media Productions hat er sich auf Hotels und Restaurants spezialisiert. Die Nachfrage nach Food und Drink Fotos wird bei seinen Kund*innen immer größer. Kein Wunder, denn er ist Experte für visuelle Kommunikation in der Gastronomie und Hotellerie. Oder wie er es nennt: Visuelles Storytelling. Was er genau damit meint und warum heutzutage ein schönes Bild alleine nicht mehr ausreicht, hat er uns bei einem Kaffeeplausch verraten. Wir freuen uns, dass er uns einen Einblick in seine bunte Welt der #ColorfulCalories – so eins seiner Hashtags auf seiner Instagram Page @cyruz_media 

Fotocredit: Colin/cyruzmedia

Dein „Werkzeug“ ist die Kamera. Ich nehme an, da gibt es noch mehr zu beachten. Welche Tricks wendest du an, damit das Ergebnis ein perfektes Food Foto ist?

Das richtige Verständnis von Licht ist viel wichtiger als die Kamera selbst. Welche Intensität, Farbe, Richtung, Form und Lichtquellengröße – wenn man das beherrscht, kann man jede beliebige Lichtstimmung erschaffen, um den passenden Look für das Foto umzusetzen.

Fotocredit: Colin/cyruzmedia

Wie lange dauert ein Food Foto Shooting in der Regel und wer ist daran noch beteiligt?

Das ist ganz unterschiedlich. Je nachdem wie viele Speisen, welches Setting, was der Output sein soll und so weiter. Also das kann man so pauschal nicht sagen.

Dein Arbeitsalltag besteht bestimmt nicht nur aus fotografieren. Kannst du uns einen Einblick gewähren, was vor und nach einem Shooting zu tun ist?

Vor dem Shooting setzen wir uns mit dem Kunden zusammen und finden, wie bereits erwähnt, die Ziele der Zusammenarbeit heraus. Wo steht der Kunde, wo will er hin? Erst dann geht es in die Detailplanung. Da haben wir ganz klare Prozesse, wodurch wir den Kunden effektiv betreuen. Ich werde oft gefragt, ob ich die Speisen nach dem Shooting auch essen darf. Ja, darf ich. Meistens. Es ist dann zwar immer kalt, aber es schmeckt trotzdem. 

Bei der Kundenbindung spielt auch Emotion eine Rolle. Wie transportiert man mit einem Food Foto Emotionen? Und hast du ein Beispiel dafür?

Mein Stil geht in die Richtung Storytelling. Mit dem Bild wird eine Geschichte erzählt und kommuniziert genau das, was das Gericht und Zutaten ausmacht. Was ist die Signatur des Kochs, gibt es einen Schwerpunkt, worauf möchte man die Aufmerksamkeit lenken? Ich würde zum Beispiel keinen Weißwein neben ein Steak stellen, weil das unauthentisch ist.  Das Licht für ein Frühstücksgericht mache ich anders als für einen Cocktail. Weil die übliche Tageszeit des Gerichts oder des Getränks auch die Lichtstimmung vorgibt.

Du als Food Fotograf weißt natürlich, wie man Lebensmittel richtig in Szene setzt. Kannst du uns ein paar Tipps verraten, wie wir zuhause unser (selbstgekochtes) Essen zum Star machen?

Diese Frage stelle ich oft auch Köchen, wenn wir bei einem Food Shooting philosophieren! Das ist natürlich auch Geschmackssache, aber es gibt ein paar Grundregeln, die ich beachte. Für schönes Anrichten fängt man am besten beim Teller an. Form, Farbe, Material, Textur. Wobei ich Farbe und Form am wichtigsten finde. Die Farben der Speise sollten mit der Farbe des Tellers und des Tisches harmonieren. Das ist vom Gericht abhängig und welche Geschichte man damit erzählen möchte. Es gibt was naturbezogenes, rustikales? Dann eher Schieferplatte oder Olivenholzbrett. Aber auch Accessoires neben dem Teller sorgen für die richtige Story.

Fotocredit: Colin/cyruzmedia

Food sieht auch spannender aus, wenn es dezenter und kleiner auf einem größeren Teller angerichtet wird. Weniger ist in diesem Fall mehr. Ansonsten gibt es unzählige Tools wie man modellieren, färben und Speisen glänzender machen kann. Servierringe, Glycerin Sprays, Zahnstocher und Bunsenbrenner sind nur einige davon.

Jetzt haben wir schon sehr viel über visuelles Food Marketing erfahren. Gibt es noch etwas, das die Leser meines Blogs noch wissen sollten?

Am Ende des Tages ist es wie in anderen Branchen auch: Die Kommunikation zwischen Mensch und Mensch ist das wichtigste. Und wenn man das mit geschmackvollen Visuals begleiten kann ist es umso besser! 

Colin, vielen Dank, dass du dir die Zeit für dieses Interview genommen hast und uns Einblick in deine Arbeit gewähren hast lassen. Ich freue mich schon auf weitere gemeinsame Projekte mit dir. 

Sehr gerne, Lisa. Freue mich auch auf spannende gemeinsame Projekte!

Teamwork

Colin und ich haben schon des öfteren gemeinsam an Projekten gearbeitet und können als Team oder aber auch jeder für sich gebucht werden. Als Team Package bieten wir Marketing Beratung, Strategie und Content Produktion (Fotos/Video) an.

Natürlich stehe ich jederzeit auch für eine durchlaufende Begleitung zur Verfügung.

Du möchtest mit mir über Lebensmittel Vermarktung sprechen oder einen unverbindlichen Termin vereinbaren? Ich freue mich über eine Nachricht von dir.

Meine Erfahrung im Food Marketing Consulting teile ich auch in meinem Newsletter. Du kannst dich dafür jederzeit hier anmelden.